Eine Gewitterfront mit Starkregen und golfballgroßen Hagel beschäftigte die Feuerwehr Gütersloh und das THW Gütersloh gegen 19 Uhr am 19.06.2013. Alle Löschzüge der Stadt Gütersloh waren bis in die Nacht hinein im Einsatz.

Innerhalb von 1 ½ Stunden waren in der Kreisleiststelle Gütersloh etliche Hilfegesuche eingegangen die zu mehr als 100 Einsätzen für Feuerwehr und THW führten. Dabei dauerte der Starkregen und Hagelschauer keine halbe Stunde lang.

Für den Löschzug Spexard und die Berufsfeuerwehr wurde der arbeitsreiche Abend mit einer Alarmierung „Baum auf Straße“ „eingeläutet“. Auf dem Brockweg war in unbekannter Höhe ein umgestürzter Baum gemeldet worden. Noch auf der Anfahrt zu dieser Einsatzstelle wurde das Hilfeleistungslöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr abgezogen und einem weiteren Einsatz zugeteilt. Der Rüstwagen und das Löschgruppenfahrzeug 16/12 des Löschzuges erkundeten den Brockweg ab Linteler Straße Stadt auswärts, ohne Feststellung. Die Einsatzstelle lag am kombinierten Rad- und Fußweg in Höhe des Brünningsweg, Stadt einwärts. Hier wurde die Drehleiterbesatzung der Berufsfeuerwehr aktiv und zerlegte den kleineren Baum noch vor eintreffen der Spexarder Kräfte. Gemeinsam wurde von den Kräften dann in den Brünningsweg eingefahren, hier waren mehrere Bäume umgestürzt. Da die Bäume auf angrenzende Felder gestürzt waren, reichten Verkehrs-Sicherungsmaßnahmen (Kenntlichmachen der Baumwurzeln durch Flatterband) aus. Lediglich ein Baum musste zersägt werden, er war auf eine Telefon-Freileitung gestürzt, die aber glücklicherweise nicht gerissen ist.

Die Einsatzstelle Brünningsweg war dann auch die letzte Einsatzstelle, an der der komplette Löschzug (das Tanklöschfahrzeug 16/25 und der MTW waren mittlerweile hinzu gestoßen) gemeinsam agierte. Die „Großlage“ entwickelte sich zusehends. Durch die Gewitterfront waren etliche Keller, Lagerhallen und Tiefgaragen vollgelaufen, Straßen -vornehmlich die Bahnunterführungen- überflutet, einige Bäume umgestürzt und Brandmeldeanlagen (fehl-)ausgelöst. Die einzelnen Fahrzeuge wurden nun jeweils separaten Einsätzen zugeteilt, oder je nach Einsatzlage im Verbund mit Fahrzeugen anderer Löschzüge eingesetzt. Größtenteils waren Wassereinsätze zu fahren. Mit unter reichte es in einigen überfluteten Straßen Laub von den Gullydeckeln zu entfernen, damit das Regenwasser abfloss. Der Rüstwagen wurde zusätzlich für einige Baumeinsätze heran gezogen, während der Mannschaftstransportwagen mit der Löschzugführung zur Erkundung eingesetzt wurde.

Ein Einsatzschwerpunkt bildete der Bereich obere Kahlertstraße. Hier breitete sich der durch Regenwasser stark angeschwollene Schlangenbach über die Ufer aus. Da die Gewitterfront entgegen der Flussrichtung des Bachs zog, musste dieser große Mengen Regenwasser aufnehmen. Das Wasser drückte zurück in den Regenwasserkanal und flutete zahlreiche Keller. In manchen Seitenstraßen quoll das Regenwasser durch die Gullydeckel an die Oberfläche.

Bis gegen halb eins am frühen Morgen waren die Einsätze im gesamten Stadtgebiet abzuarbeiten. Durch die überfluteten Bahnunterführungen war die Innenstadt nur schwer erreichbar. Die wenigen befahrbaren Strecken waren dem Verkehrskollaps nahe. Betroffene mussten auf Grund der Vielzahl von Einsätzen und der ungünstigen Verkehrssituation Geduld haben. Teilweise blieb ihnen nur die Selbsthilfe, da die Masse an Einsätzen gar nicht zeitnah abzuarbeiten war.

Besonders bedanken möchten sich der Löschzug Spexard bei den Inhabern des Restaurant Syrtaki für die Erfrischung mit Kaltgetränken (LF 16/12, MTW), dem Café Klecks für den Cappuccino (RW) und der Nachbarschaft der Holunderstraße für Wasser, Schokolade und einem warmen Abendessen (LF 16/12).

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