Ein Gefahrgutunfall beschäftigte am 08.02.2017 für rund 6 Stunden die Gütersloher Feuerwehr. Gegen 18:15 Uhr erhielt die Kreisleitstelle die Meldung, dass in einer Umschlaghalle einer Spedition am Lupinenweg ein sogenannter IBC-Behälter leck geschlagen sei und dort ein massiver Gefahrgutaustritt stattfindet.

Von der Kreisleitstelle wurde der Löschzug Spexard alarmiert sowie die Berufsfeuerwehr u.a. mit dem Gerätewagen Messtechnik und dem Abrollbehälter Gefahrgut in Marsch gesetzt.

Bei Eintreffen des ersten Fahrzeuges vom Löschzug Spexard bestätigte sich die gemeldete Lage. Ein 1000l-Container war beim Entladen leck geschlagen und bereits nahezu entleert. Der Inhalt floss an der Laderampe herunter in den Außenbereich.

Mitarbeiter des Unternehmens reagierten bereits vor  Eintreffen der Feuerwehr vorbildlich. Sie hatten den Nahbereich geräumt und die Entwässerung des Geländes „abgeschiebert“.

Von den ersten Einsatzkräften wurde zunächst ein Sicherheitsbereich abgesperrt, die komplette Halle geräumt und Erkundungen nach dem auslaufenden Gefahrstoff eingeholt.

Als auslaufender Stoff wurde Zinn(II)Sulfat identifiziert. Zinn(II)Sulfat hat eine ätzende Wirkung und wirkt akut und langfristig sehr schädlich auf Wasserorganismen (Aquatic Acute & Chronic  1).

Parallel zur Einrichtung der Einsatzstelle mit einer ausreichenden Beleuchtung und eines DEKON-Platzes (zur Dekontaminierung der Einsatzkräfte) rüstete sich ein Trupp bestehend aus Kräften der Berufsfeuerwehr und des Löschzuges Spexard mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus.

Um genügend geschultes Einsatzpersonal vor Ort zu haben wurden frühzeitig weitere CSA-Träger vom Löschzug Gütersloh alarmiert.

Der vorgehende Trupp legte als erste Maßnahme den Container auf die Seite, so dass kein weiterer Austritt aus der Leckage mehr möglich war. Der Stoff wurde mittels speziellem Bindemittel abgestreut und in Havariebehälter umgeladen. Hierzu waren über einem längeren Zeitraum mehrere CSA-Träger eingesetzt. Im späteren Einsatzverlauf kamen einfache Schützanzüge zur Verwendung. 

Im weiteren Einsatzverlauf wurde der Lichtmastanhänger des Löschzuges Friedrichsdorf nachalarmiert um die Einsatzstelle besser ausleuchten zu können.

Nachdem der Gefahrstoff aufgenommen war, wurden im Anschluss die Regenwasserkanäle im betroffenen Bereich gespült und das „Spülwasser“ durch ein Entsorgungsunternehmen abgesaugt und der fachgerechten Entsorgung zugeführt.

Im Einsatz waren ca. 50 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Löschzüge Friedrichsdorf, Gütersloh und Spexard. 

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