boss.gifAls stille Alarmierung bezeichnet man im Allgemeinen die Alarmierung über Funkrufmelder, da die Bevölkerung, im Gegensatz zu einer Alarmierung über Sirenen, nichts davon mitbekommt. Die stille Alarmierung wird in Gütersloh über das europaweit einheitliche digitale Ruftonsystem POCSAG (Post Office CodeStandarization Advisory Group) realisiert.

Sie wird über spezielle Frequenzen im so genannten 2m-BOS-Funk-Band ausgesendet. Der "normale" BOS-Sprechfunkverkehr im analogen 4m-Band (Kanal 462), über den im Kreis Gütersloh sowohl der Feuerwehr- als auch der Rettungsdienstfunk laufen, wird dadurch von den Alarmierungen entlastet.

Eine Alarmierung wird ausgehend von einem Digitalen Alarmgeber (DAG) in der Leitstelle über Digitale Alarmumsetzer (DAU), den Antennenanlagen, ausgesendet. Die Alarmierung beinhaltet mehrere Datenpakete; neben der Alarmierungsadresse, also den Informationen welche Geräte alarmiert werden sollen, werden noch zusätzliche Informationen wie z.B. Einsatzort oder besondere Gegebenheiten übermittelt.

Erfolgt eine Alarmierung, lesen alle Digitalen Meldeempfänger (DME), die auf die entsprechende Frequenz eingestellt sind und sich im Empfangsgebiet befinden, diese aus. Wenn nun die im ersten Datenpaket befindliche Adresse auf dem Melder programmiert ist, alarmiert das Gerät, indem es einen Hinweiston gibt und eine entsprechende Textmeldung (z.B. Brandeinsatz groß) anzeigt. Außerdem zeigt der Funkmelder auch die mitgesandten Zusatzinformationen, wie z.B. den genauen Einsatzort, das Alarmstichwort (z.B. Fahrzeugbrand, Person in Gefahr etc.) und ggf. besondere Hinweise die der Leitstellendisponent eingetragen hat an. Mit diesen Zusatzinformationen ist des den Mitgliedern des Löschzuges möglich, eine evtl. durch einen Verkehrsunfall blockierte Straße auf dem Weg zum Gerätehaus zu umfahren. Auch kann an Hand der Informationen zur gemeldeten Einsatzlage von den Mitgliedern entschieden werden, ob eine Anfahrt von weiter entfernten Aufenthaltsorten angebracht ist. So lässt sich z.B. bei Großschadenslagen oder personalintensiven Einsätzen ein Zeitverlust durch eine spätere Nachalarmierung vermeiden.

Auf den Alarmempfängern sind mehrere Adressen gespeichert. Somit ist es möglich, eine spezifische Alarmierung z.B. nach Personalbedarf abzugeben. Braucht man nur wenig Persona,l wird eine "Meldeschleife klein" (z.B. Brandeinsatz klein) alarmiert. Ist für einen Einsatz nur der Rüstwagen oder das TLF 24/50 erforderlich, sendet man eine Adresse, die nur Maschinisten haben (z.B. Sonder-Kfz). Bei Gefahrgutunfällen wird eine Alarmadresse angesprochen, die auf den Geräten von entsprechend geschulten Personal vorhanden ist. Es ist auch möglich über eine Alarmierung anzuzeigen, dass keine weiteren Kräfte erforderlich sind bzw. der Einsatz aufgehoben wird.

Beim Löschzug Spexard werden Digitale Meldeempfänger der Firma Swissphone vom Typ Boss 915 (ähnl. Abb.) eingesetzt. Alle aktiven Mitglieder sind mit ihnen ausgestattet.

Unterschieden werden 14 Alarmadressen,  4 Adressen zum Aufheben der Einsätze und eine Probealarmadresse:

Brandeinsatz klein, Brandeinsatz mittel, Brandeinsatz groß, Brandeinsatz aufgehoben

Hilfeleistung klein, Hilfeleistung mittel, Hilfeleistung groß, Hilfeleistung aufgehoben

Sonder-KFZ (RW, TLF 4000), GSG/ABC-Alarm (Gefahrgut), Zusatzalarm (Personalverstärkung)

Vollalarm der Wehr, Probealarm

Brandeinsatz Sürenheide mittel, Brandeinsatz Sürenheide groß, Brandeinsatz Sürenheide aufgehoben

Hilfeleistung Sürenheide mittel, Hilfeleistung Sürenheide groß, Hilfeleistung Sürenheide aufgehoben